Flipboard: Wie macht man aus Daten und Feeds ein spannendes Magazin?

Donnerstag, 22. Juli 2010

Der US-Blogger Robert Scoble ist begeistert über eine neue App, die für das iPad verfügbar ist: Flipboard ist ein "personalisiertes soziales Magazin". Das Ganze funktioniert wie bei einem RSS-Reader, wird aber anders als bisher visuell sehr schön dargestellt.

Die Inhalte werden zuvor vom Freundeskreis und favorisierten Autoren gefiltert, die App greift auf RSS, Twitter, Facebook zu und stellt über die Links der eine ständig neue Auswahl interessanter Inhalte zusammen. Das ist nicht nur Spielerei, Heavy User wie Robert Scoble sehen auch ganz praktische Vorteile sehr große Mengen an Content zu durchforsten.

Hier ist ein Video, in dem Flipboard präsentiert wird. Sehr schön. So bitte weiter.

flipboard_screenshot.jpg

Interessant ist, dass dieses Tool mehr ist als eine visuelle Spielerei. Das kann man an der Reaktion eines "Heavy Users" wie Robert Scoble ablesen. Zitat aus einem (von mehreren) Artikeln über das Tool: "Scobleizer":

"… I’m always looking to be more productive. Yes, I’ve tried Pulse and I’ve tried lots of other readers (I was one of the first to use NewsGator and Google Reader). But nothing is as productive — for me — as Flipboard is. I actually measured this. I got about 30% more favorites done in a day using Flipboard than I got done in the same amount of time with a streaming reader. And using Flipboard is 10x more fun!"

Scoble lobt vor allem den clever konstruierten Algorithmus, der Flipboard antreibt: Bestimmte Beiträge werden größer dargestellt, das gibt der Nachrichtenpräsentation mehr Struktur:

"Now, what’s missing in, say, Seesmic or Tweetdeck? That’s right. Any kind of editorial weighting to the headlines and photos are totally missing. Entry points are gone. Not all tweets are the same. One about Apple’s financial results SHOULD be bigger and more important than one about what I had for lunch today. In Flipboard, which isn’t always perfect because it’s done by algorithms, there is weight and photos and an attractive design."

Nachtrag: Viele positive Artikel über Flipboard haben jetzt erst einmal den Server der kleinen Firma einknicken lassen.

Links:
Flipboard.com

Heiter, nicht wolkig: OpenStack bietet Cloud Computing als Open Source Software

Montag, 19. Juli 2010

Cloud Computing ist ein vieldiskutiertes Konzept. Die Grundidee lautet, Daten in einer flexiblen "Wolke" zu speichern. Das bietet Kostenvorteile und einige neue Möglichkeiten, insbesondere wenn sehr große Datenmengen verwaltet oder bereit gestellt werden sollen.

Das Konzept hat aber auch Nachteile, die meisten davon wurden in dem weitsichtigen Whitepaper "Above the clouds" formuliert.
Einer der Kritikpunkte am gesamten Konzept: "Data lock in". Gemeint war, dass nach der Entscheidung für einen Anbieter eine Migration eigener Daten sehr schwierig sein könnte.

Dieses Problem ist jetzt seiner Lösung ein gutes Stück näher gerückt: Der US-Webhoster Rackspace gab bekannt, die Software für die selbst entwickelte Computing Cloud als Open Source Software bereit zu stellen. Das bedeutet: Unternehmen können jetzt eine eigene Cloud aufbauen, lediglich die Hardware wird angemietet (oder auch selbst betrieben). Wer mag und die entsprechenden Kenntnisse hat, kann auch selbst als Cloud Betreiber auftreten.

Standardisierung im Cloud Computing

Nach den Berichten in US-Technologie Blogs wie zum Beispiel "TechCrunch" zu urteilen, wird der Schritt auch von Wettbewerbern in diesem Markt begrüßt: Eine Open Source Basis für die Clouds der Zukunft kann zu höherer Flexibilität führen und damit insgesamt die Nachfrage weiter ankurbeln. Als erste Referenz kann das Projekt bereits die Beteiligung der NASA vermelden. Die Regierungsorganisation steuert Software aus der NASA Nebula Cloud Plattform bei.

Zitat aus einem Bericht bei TechCrunch:

"RackSpace says they want to drive interoperability in cloud services to avoid vendor lock-in, and help create industry standards. More than 25 companies have shown interest in the project, says RackSpace, or are actively working on the code. They include AMD, Citrix, Cloud.com, Cloudkick, CloudSwitch, Dell, enStratus, FathomDB, Limelight, Nicira, NTT DATA, Opscode, Peer 1, Puppet Labs, RightScale, Riptano, Scalr, Sonian, Spiceworks and Zuora."

Flexible Lizenz mit vielen Freiräumen

Der Code wird unter der Apache 2 Lizenz veröffentlicht, die Nutzern relativ große Freiräume bietet: Erlaubt sind die Restribution des Codes, aber auch der Aufbau proprietärer Software auf Basis des Open Source Codes und die Distribution dieser Eigenschöpfungen mit relativ wenigen Restriktionen (wiederum aus "TechCrunch")

Eine Beschreibung des Projekts und seiner Ziele findet sich unter der Adresse: OpenStack.org

Hier die wichtigsten Beschreibungen und Anwendungsziele:

OpenStack: The 5-minute Overview
What the software does: The goal of OpenStack is to allow any organization to create and offer cloud computing capabilities using open source software running on standard hardware. OpenStack Compute is software for automatically creating and managing large groups of virtual private servers. OpenStack Storage is software for creating redundant, scalable object storage using clusters of commodity servers to store terabytes or even petabytes of data.

Why open matters: All of the code for OpenStack is freely available under the Apache 2.0 license. Anyone can run it, build on it, or submit changes back to the project. We strongly believe that an open development model is the only way to foster badly-needed cloud standards, remove the fear of proprietary lock-in for cloud customers, and create a large ecosystem that spans cloud providers.

Who it's for: Institutions and service providers with physical hardware that they'd like to use for large-scale cloud deployments. (Additionally, companies who have specific requirements that prevent them from running in a public cloud.)

How it's being used today: Organizations like Rackspace Hosting and NASA are using OpenStack technologies to manage tens of thousands of compute instances and petabytes of storage.

Timeline: Openstack was announced July 19th, 2010. While many components of OpenStack have been used in production for years, we are in the very early stages of our efforts to offer these technologies broadly as open source software. Early code is now available on LaunchPad, with an inital release for OpenStack Storage expected in mid-September and an initial release for OpenStack Compute expected in mid-October.

Links:
TechCrunch: OpenStack.org: RackSpace Open Sources Their Cloud Services Platform, And Gets NASA On Board (18.07.2010)

ZD Net: "Rackspace bringt Open-Source-Cloud "Open Stack" (19.07.2010)

Golem.de: Freie Cloud-Plattform von Rackspace und der Nasa (19.07.2010)

Gapminder Desktop

Freitag, 16. Juli 2010

Das Tool zur Visualisierung von Trends ist jetzt auch für Mac und PC als Desktop-Applikation verfügbar. Nützlich für alle, die sehr komplexe Datenreihen oder Entwicklungen über lange Zeiträume darstellen wollen.

Wer von Gapminder noch nie gehört hat, sollte sich kurz ein Video mit Hans Rosling anschauen:

Wie man Gapminder Desktop installiert und nutzt

Und danach erklärt Hans Rosling himself, wie man Gapminder Desktop installiert und was man damit machen kann:
gapminder_desktop_screenshot.jpg Link zum Video hier

Beispiel aus der Praxis: Ein Tutorial aus dem Daten-Journalismus

Die Zusammenhänge, die sich mit den "Motion Charts" des Gapminder-Tools visualisieren lassen, sind zunehmend auch für den Journalismus interessant - den so genannten "data-driven journalism" oder zu deutsch "Daten-Journalismus".

Die Idee lautet, dass Medien deutlich genauer und tiefer berichten können, wenn im Laufe der Recherche vorhandene Daten genutzt, visualisiert und anhand von Beispielen oder Interviews erklärt werden.

Lorenz Matzat, Betreiber des Blogs "Datenjournalist" hat vor kurzem ein Tutorial online gestellt, bei dem es um die Kosten für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr geht. Hier kam der Google Data Explorer zum Einsatz, der gleichfalls eine Visualisierung im Stil von Gapminder ermöglicht. Kein Zufall: Google hatte 2007 die Gapminder Software erworben.

matzat_motionchart.png

Download Link:

Gapminder Desktop Download

Links:

TED: Hans Rosling shows the best stats you've ever seen (Februar 2006)
Flowing Data: Gapminder makes its way to the desktop (13. Juli 2010)
Nachhaltigkeit: Die Welt besser verstehen (Interview mit Hans Rosling, 29.10.2008)
Google Acquires Gapminder's Trendanalyzer (16.03.2006)
Datenjournalist: Motion Charts-Tutorial: Afghanistan und Bundeswehrlogistikosten (30. Juni 20010)

PDF bietet gute Übersicht und Einführung in NoSQL-Konzepte

Mittwoch, 14. Juli 2010

Für alle, die sich mit Realtime-Daten und Fragen zur Skalierbarkeit sehr großer, veränderlicher Datenmengen beschäftigen: Hier ist ein gut gemachtes PDF, in dem auf wenigen Seiten die wesentlichen Konzepte erklärt werden. Zielgruppe sind Entwickler, das Papier kann aber sehr hilfreich sein, wenn man zum Beispiel in einer Organisation erklären muss, was es mit NoSQL und Realtime-Daten eigentlich auf sich hat - kurz: Warum das immer wichtiger wird.

Der Umgang mit wachsenden Datenfluten betrifft einige der Kernbereiche für Data Warehousing/Data Mining und perspektivisch auch Business Intellingece. Beispielhafte Anwendungsbereiche sind Web-Analytics, Data Mining, Finanzmodelle, Simulationen. Das PDF ist in englischer Sprache geschrieben, der Download ist kostenlos.

Kleiner Auszug:

"NoSQL describes a horizontally scalable, non-relational database with built-in replication support. Applications interact with it through a simple API, and the data is stored in a “schema-free”, flat addressing repository, usually as large files or data blocks. The repository is often a custom file system designed to support NoSQL operations." (Zitiert aus "Getting Started with NoSQL and Data Scalability")

gettingstartedwithnosql_screenshot.jpg

Link:
Getting Started with NoSQL and Data Scalability | Refcardz

Ausgaben für Business Intelligence Software stiegen 2009 auf 816 Millionen Euro

Freitag, 09. Juli 2010

Trotz der wirtschaftlich eher gedrückten Stimmung im letzten Jahr konnte der Markt für Business Intelligence Software in Deutschland um rund 8 Prozent zulegen. Das geht aus einer jetzt veröffentlichen Befragung und Marktstudie des BARC hervor.

Erfasst wurden Lizenz- und Wartungsumsätze für "Anwenderwerkzeuge und Datenmanagement-komponenten in Deutschland" (Zitat BARC) im Jahr 2009. Insgesamt wurden 150 Anbieter befragt oder von den Analysen eingeschätzt.

Eine Auswahl der wichtigsten Ergebnisse (mehr bei BARC, siehe Link unten):

  • Große Anbieter dominieren: Oracle, SAP, IBM, Microsoft sowie die nach wie vor unabhängige SAS steigern ihren Marktanteil auf 61 Prozent
  • Für Frontend (Anwenderwerkzeuge) wurden 2009 rund 474 Millionen Euro ausgegeben (+6% gegenüber dem Vorjahr)
  • Für den Backend-Bereich (Datenmanagement, Datenbanken) sind es 342 Millionen Euro (+10%).
  • Von den 150 Anbietern im Deutschen Markt erzielen 52 einen Umsatz mehr als einer Million Euro pro Jahr. Deutlich zugelegt haben im letzten Jahr Exasol, HP, Jedox und Tagetik
  • Perspektiven (Zitat aus Pressemitteilung von Barc):

    "Die Aussicht für den Business-Intelligence-Markt 2010 ist positiv. BARC erwartet 10-15 Prozent Marktwachstum für 2010. Wir schätzen, dass im Jahr 2012 mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz mit BI-Software in Deutschland erzielt werden wird."

    Mehr Informationen:
    Die Marktzahlen können kostenlos auf den Seiten des BARC abgerufen werden, dort gibt es zusätzlich ein PDF zum Download.
    BI-Softwaremarkt 2009

    HTML5: YouTube erneuert mobiles Angebot, bessere Videoqualität auf dem iPhone

    Donnerstag, 08. Juli 2010

    Das ist interessant: YouTube erneuert nach einer Meldung bei TechCrunch das mobile Angebot. In allen Browsern, die bereits den künftigen Webstandard HTML5 darstellen können, verbessert sich dadurch die Usability, aber auch die Videoqualität. Google entzieht sich damit zugleich der Kontrolle durch andere Anbieter, wie zum Beispiel durch Apple auf dem iPhone. Statt der App öffnet jetzt die Webseite den besseren Weg zu den Inhalten.

    Die URL des Angebots lautet: http://m.youtube.com/. Achtung: Der Roll-out ist noch im Gange, in vielen Fällen wird noch das alte Layout angezeigt. Mit einer kompletten Verfügbarkeit ist erst in den nächsten Tagen zu rechnen.

    Video bietet Übersicht über Neuerungen bei YouTube Mobil
    Bis dahin kann man sich ein kleines Demo-Video anschauen, in dem die Änderungen gezeigt werden.

    Offener Standard besser als Kontrolle über Apps?
    Interessant ist diese Entwicklung, weil die Entscheidung eines großen Anbieters für den neuen Standard die Diskussion über Plattformen, Flash und bessere Strukturen im Web in Bewegung bringt. Eigentlich nämlich sind Web-Entwickler relativ ernüchtert, weil die finale Verabschiedung des HTML5 Standards noch Jahre dauern kann. Wenn jetzt aber große Teile des Webangebots (vor allem Video) bereits auf Basis des neuen Standards präsentiert werden, könnte sich der Wechsel beschleunigen.

    "Open Market" vs. "Closed Shop"
    Die Motivation für Google/YouTube scheint zu sein, durch den offenen Standard mehr Kontrolle über die Qualität des eigenen Angebots zu erreichen. Die Strategie lautet: "Open Market" statt "Closed Shop". Offene Standards sorgen dafür, dass die Webnutzer weltweit auf einem großen Marktplatz unterwegs sind, daran hat Google ein großes Interesse.

    Der Aufbau eines stark kontrollierten Modells wie bei Apple würde dem entgegenstehen. Statt also der Apple-Strategie zu folgen, setzt Google/YouTube auf einen einheitlichen Standard. Einmal abgesehen von den für die Firmen möglichen Vorteile, ist das insgesamt auch eine positive Richtung für Entwickler und Nutzer. Eine rasche und flächendeckende Einführung von HTML5 bietet die Chance, Angebote im Internet weiter zu optimieren - die gute Videoqualität ist ein Beleg dafür.

    Link:
    TechCrunch: YouTube Mobile Goes HTML5, Video Quality Beats Native Apps Hands Down

    Microsoft PivotViewer steht zum Download bereit

    Dienstag, 06. Juli 2010

    Die von Microsoft Labs entwickelte Pivot Software sorgte bereits bei der ersten Vorstellung der Idee im letzten Jahr für viele Schlagzeilen. Seit Anfang Juli 2010 steht jetzt mit dem PivotViewer ein Steuerungselement zur Verfügung, mit dem sich sehr große Bildmengen auf Webseiten präsentieren lassen.

    bildschirmfoto-2010-07-06-um-174432.png (Netflix Filmdatenbank. Bitte auf das Thumbnail klicken für Großansicht)

    Vielfältige Anwendungsgebiete
    Anwendungsgebiete liegen im eCommerce, bei Online-Service oder Kataloginformationen - kurz, überall dort, wo mehr als 1000 Bilder angezeigt und von Nutzern rasch gefiltert werden sollen.

    Innovation wird positiv bewertet
    Die Reaktionen in der Blogosphäre und in den Kommentaren verschiedener Techblogs waren überwiegend positiv - das Tempo, mit dem das von Microsoft Labs entwickelte Tool durch riesige Bildermengen geht, ist beeindruckend.

    Hinzu kommt: Das Ganze ist nicht nur hübsch anzusehen. Pivot gelingt es Beziehungen zwischen Bildern herzustellen, der Nutzer kann auch sehr große Bilderberge durchkämmen und filtern. Mit Hilfe der speziell entwickelten "Deep Zoom" Technologie ist es möglich, bei Bedarf ein kleines Thumbnail auf Bildschirmgröße zu zoomen.

    Pivot nutzt die Silverlight Plattform. Schon in den Kommentaren unter den Berichten auf den großen Tech-Blogs ließ sich sehen, dass manche Entwickler den Zwang zur Nutzung dieser Plattform eher kritisch sehen - Unabhängigkeit und der Verfügbarkeit weiterer Plattformen wären ihnen lieber.

    Daran hat Microsoft verständlicherweise kaum Interesse. Und angesichts der mehrjährigen Entwicklungszeit ist nicht zu erwarten, dass die Innovation der Software rasch von anderen Anbietern nachgeahmt werden kann und auch auf alternativen Plattformen zu haben ist. Für Entwickler im Bereich Business Intelligence oder Data Mining stellt Pivot einen neuen Weg dar, um Anwendern sehr große Datenmengen attraktiv zu präsentieren - vorrausgesetzt, es gibt Bilder.

    bildschirmfoto-2010-07-06-um-172903.png

    Erste Anwender und praktische Beispiele

    Zu den ersten Anwendern gehört unter anderem die Seite "Hitched", eine britische Serviceseite für die Planung von Hochzeiten. Anwendungsbereich: Der Nutzer kann mit wenigen Parametern tausende von Plätzen oder Veranstaltungsorten für Hochzeiten durchflöhen.

    TechCrunch hat bereits bei der ersten Vorstellung einen längeren Artikel über Pivot geschrieben, siehe Link unten. Außerdem auch zwei Links zu bereits gelaunchten Angeboten, die den PivotViewer nutzen. So kann jeder selbst erproben, ob diese Technologie interessant ist oder nicht.

    Links
    TechCrunch: An In-Depth Look At Pivot, Microsoft's Newest Data Visualization Tool http://techcrunch.com/2009/12/04/meet-pivot-microsofts-newest-data-visualization-tool/

    Demo: Hitched Wedding Locations (Veranstaltungsorte für Hochzeiten)
    http://www.hitched.co.uk/wedding-venues/visual-search.htm

    Demo: Netflix: Instant Watch Movies (Filmdatenbank) http://netflixpivot.cloudapp.net/

    DotNetPro: Silverlight PivotViewer ist zu haben

    Innovation: Nachdenken über "Hopeful Monsters"

    Dienstag, 06. Juli 2010

    Interessanter Denkanstoss aus einer Diskussion, die beim O'Reilly Foo Camp Anfang Juli 2010 geführt wurde: Welche Ideen kann man aus einer Analyse von Technologien gewinnen, die nach großen Erwartungen den steilen Absturz in die ernüchternde Realität erleben? Häufig entwickeln sich erst nach diesem harten Wechsel zwischen Euphorie und Enttäuschung Schritt für Schritt die Märkte, Produkte und Services, mit denen sich ein dauerhaftes Geschäft aufbauen lässt.

    Gartner Hype Cycle (Juli 2009)
    Quelle: Gartner (2009)

    Die Diskussion beim Foo Camp drehte sich um Technologien, die tief im Loch der Enttäuschung stecken und über ihre tatsächlichen Potenziale. Vielleicht ist an diesem Gedanken mehr dran als auf den ersten Blick offensichtlich wird: Durch ein antizyklisches Denken können Firmen im Stillen an der Weiterentwicklung bereits ausgereifter, aber nicht ausgenutzter Techniken arbeiten. Oft liegt der Erfolg darin, dass man einfach nicht aufgibt und länger als andere nach sinnvollen Einsatzzwecken sucht.

    Zitat:
    "These “hopeful monsters” often sound ridiculous on first hearing, but when you pick at them they illustrate ways in which a forgotten or unfashionable technology can serve a need or create desire."

    Vielleicht ist genau diese Sicht das Erfolgsgeheimnis vieler deutscher Mittelständler: Statt in der aufgeregten "Hype"-Phase starten sie mit einer kontinuierlichen Produktentwicklung erst später, bleiben dran und haben am Ende ein von der Mehrheit bereits wieder vergessenes Feld für sich bestellt.

    Link:
    Hopeful Monsters and the Trough Of Disillusionment

    Elastic Lists: Intuitive Präsentation von Daten, jetzt als Open Source

    Dienstag, 08. Juni 2010

    Schon mal die Bezeichnung "Facetten-Browsing" gehört? Der Ausdruck bezeichnet ein cleveres Prinzip zur Präsentation großer Datenmengen. Der wesentliche Vorteil: Der Nutzer kann nichts "falsch" machen - je nach gewähltem Filter ändert sich lediglich die angezeigte Information. (weiterlesen…)

    Einfach: HTML5 bereits jetzt nutzen

    Dienstag, 01. Juni 2010

    Die Einführung des nächsten HTML-Standards zieht sich hin. In einem Gast-Beitrag auf Perun.net zeigt Peter Kröner anhand eingängiger Beispiele, wie sich HTML5 bereits jetzt nutzen lässt. Aufbau und Pflege einer Website lassen sich dadurch vereinfachen, die gängigen Browser können die Befehle korrekt interpretieren. Peter Kröner ist Autor eines Buchs zum Thema HTML5.

    Link:
    Gastartikel: Drei Dinge, für die man bereits jetzt mit HTML5 (im jedem Browser) gebrauchen kann | Peruns Weblog