Google Voice: Telefonanlage im Netz

Es hat etwas gedauert: Bereits 2007 hatte Google den Start-Up GrandCentral übernommen. Jetzt präsentiert das Unternehmen mit Google Voice neue Angebote und entert damit nach Suche, E-Mail und weiteren Geschäftsfeldern den Bereich der Telefonkommunikation. All das in gewohnter Einfachheit: Kein Kunstwort, keine neue Marke - schlicht: Voice. Google setzt auf die enorme Bekanntheit seiner Kernmarke - und kostenlose PR über das Internet.

Die Kernidee von Google Voice lautet: Eine Nummer für alle Telefone. Der Nutzer kann die Erreichbarkeit selbst einstellen und Anrufe umleiten, ablehnen, etc. Interessant ist auch die Möglichkeit, durch Drag-and-Drop einen weiteren Teilnehmer zu einem Gespräch hinzu zu nehmen - Telefonkonferenz auf die einfache Art.

Aktuell können nur bestehende amerikanische Kunden von GrandCentral die neuen Funktionen testen. Seit von GrandCentral durch Google Mitte 2007 war es nicht möglich, neue Accounts anzulegen. TechCrunch berichtet über eine Warteliste mit tausenden Kunden und über eBay-Gebote für einen bestehenden Account von bis zu 650 Dollar. Insgesamt ist der Tenor der ersten Tester recht positiv. Vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen könnte die Voice-over-IP Technologie durch die neue Bedienoberfläche neue Freunde finden.

Strategisch formuliert Google eine künftige Position als "the world's communication hub" (Wired Blog Epicenter) - mit einem web-basierten Service-Portfolio aus Suche, E-Mail, Dokumenten, Tabellenkalkulation. Durch Google Voice könnte die Bedeutung des Gesamtangebots noch weiter wachsen. Anrufe werden zum Beispiel automatisch in Text transkribiert und können dann z.B. als SMS auf ein Mobiltelefon weitergeleitet werden.

Ob und wann der Dienst auch nach Europa steht nicht fest.
Eine Liste der Features findet sich hier.

Video: Demo GoogleVoice (bei YouTube)

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