Forrester: Web 2.0 zieht in (große) Unternehmen ein

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Nach einer Studie des US-Marktforschers Forrester Research wächst in Unternehmen die Nachfrage nach Software-Tools, die derzeit unter dem Label Web 2.0 geführt werden. Vor allem das Interesse an Software für das "social networking" legt offenbar deutlich zu. Die Umfrage hält allerdings auch große Überraschung parat: Es sind vor allem die große Unternehmen, die sich für diese Technologien interessieren. Mittlere und kleine Unternehmen hingegen trauen dem Braten nicht so recht…

Geht es nach der Forrester-Prognose, dann werden mit so genannten "Enterprise 2.0"-Tools bis 2013 weltweit bereits 4,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr umgesetzt.

Vor allem für Software aus dem mittlerweile recht weiten Bereich des "social networking" sollen wachsende IT-Budgets aufgewendet werden.

Für die Studie, die auf einer aktuelen Umfrage basiert, wurden IT-Verantwortliche in den USA und Europa befragt.

Diskussion über Zukunftstrend
Ob und in welchem Umfang die Analysen von Forrester nachvollziehbar sind, dies wird derzeit vor allem in US-Weblogs in langen Artikeln diskutiert. Die grobe Linie sieht so aus: Statt auch weiterhin in geschlossene IT-Systeme zu investieren, öffnen sich vor allem große, weltweit operierende Organisation für neue IT-Konzepte wie zum Beispiel "Software as a Service" (SaaS), neue Formen der Online-Zusammenarbeit, Kontakt- und Ideenmanagement sowie vernetztes Marketing.

Große Unternehmen als Vorreiter
Eher überraschend ist allerdings, dass - nach den Umfragewerten von Forrester - große Konzerne die Vorreiter sind. Die vielen im Web verfügbaren Angebote würden es eigentlich vielen Mittelständlern leicht machen, durch Softwareeinsatz neue Wettbewerbsvorteile zu erreichen - zu Preisen, die nur einen Bruchteil dessen ausmachen, was bisher die Einzellizenz einer großen Datenbank oder eines ERP-Systems kostet.

Treiber der Entwicklung sei das Streben nach höherer Effizienz bei den Nutzern: Jederzeit Zugriff auf wichtige Daten, einfache Formen der Vernetzung mit Kollegen, Zulieferern und Kunden, etc.

Ein ebenso großes Thema ist die Nutzung von (offenen oder geschlossenen) Online-Plattformen, um jederzeit aktuelle Informationen für die Mitarbeiter bereit zu halten. Nur eine Vermutung: Möglicherweise wirkt hier der Erfolg der Wikipedia nach - trotz aller Kritik an Fehlern und Problemen der gemeinsamen Inhaltsbearbeitung liefert die Online-Enzyklopädie im täglichen Leben oft mehr und bessere Informationen als die manche mit großen Budgets gestarteten Wissensdatenbanken in den Unternehmen.

"Social networking" und "mashups" (Verknüpfungen zwischen verschiedenen Programmen, konkrete z.B. Adress- und GPS-Informationen in Google Maps) sollen dabei besonders große Segmente ausmachen.

Integration in Unternehmens-IT wird nicht einfach
Forrester ist allerdings klug genug, den Prozess der Integration zwischen neuer und alter Software nicht als Spaziergang zu bezeichnen. Statt dessen weisen die Autoren der Studie darauf hin, dass hier die Unternehmens-IT künftig besonders stark gefordert sei.

Anbieter müssen Preismodelle entwickeln
Und trotz des der steigenden Nachfrage sei der Markt auch für die Anbieter nicht ohne Tücken: Weil die meisten Nutzer/Kunden daran gewöhnt seien, dass diese Tools meist kostenfrei oder für geringe Nutzungspreise abrufbar seien, werde es für Start-Ups schwer, mit ihren Entwicklungen auch Geld zu verdienen.

Links zu zwei längeren Artikeln zum Thema:
ZD Net - Between the lines: "Forrester: Social networking will be biggest enterprise 2.0 priority by 2013; Smaller businesses reticent", 21. April 2008

ReadWriteWeb: "Enterprise 2.0 To Become a $4.6 Billion Industry By 2013", 21. April 2008

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