Studie: Business Intelligence als Wettbewerbsvorteil
Firmen, die Business Intelligence konsequent einsetzen ziehen Konkurrenten davon. Das zumindest ist die These einer vom Marktforscher IDC im Auftrag eines Business Intelligence/Data Warehouse Anbieters erstellten Umfrage.
Der Leiter des Bereichs Research von IDC wählt ziemlich starke Worte: "This is a wake-up call to companies that are not using BI for their operations as well as for strategic business decision making," so wird John Gantz zitiert, Chief Research Officer beim Marktforschungsunternehmen. Für die im Auftrag von Teradata erstellte Untersuchung wurden 1.072 Entscheider aus 22 Ländern befragt. 39 Prozent der Manager hatten einen IT-Hintergrund, 61 Prozent der Befragten arbeiteten in operativen Geschäftsbereichen.
Unterschiede bei der Performance
Glaubt man den Ergebnissen, dann lassen bei Organisationen deutliche Performance-Unterschiede feststellen, wenn Business Intelligence konsequent eingesetzt wird. Grundlage dafür scheint zu sein, dass das Zusammenspiel zwischen Geschäftsbereichen und IT ohne große Reibungen erfolgt. Grundlegend ist offenbar eine Einigkeit über Einsatzbereiche und Nutzen von Business Intelligence und Data Warehouse-Lösungen.
Vor allem Marktführer in ihren jeweiligen Branchen berichteten im Rahmen der Umfrage von einem bereits verstärkten Einsatz von Business Intelligence. Weiter bestätigt die Studie die bereits sichtbaren Trends zu einer Ausweitung der Nutzerkreise für Business Intelligence und eine immer stärkere Betonung der Datenanalyse und -auswertung in Echtzeit.
Nur rund ein Drittel der Befragten gaben an, ihn ihren Unternehmen würden Entscheidungen meist allein auf Basis von Erfahrungen, ohne Datenanalyse, getroffen.
Um Mißverständnissen vorzubeugen
Vielleicht liegt es an dem etwas zu stark jubelnden Artikel, in dem wir einen Bericht über diese Untersuchung gefunden haben, vielleicht ist es auch Strategie: Entscheidungen "aus dem Bauch heraus" werden hier klar als veraltetes Entscheidungsmodell präsentiert.
Ergebnis gibt Anlass zu Diskussionen
Ob das in dieser Form stimmt, darüber lässt sich jedoch diskutieren. Unsere Haltung: Damit eine Organisation mit Business Intelligence tatsächlich Vorteile erwirtschaftet, muss - noch bevor die erste Datenbank gefüllt wird - eine klare, auf Erfahrung und Marktkenntnis basierende Strategie entwickelt werden.
Dazu braucht es erfahrene Entscheider, die ihre Märkte gut kennen. Ein "Gefühl" für den jeweiligen Markt gehört dazu. Oder nennen wir es anders: Eine auf Erfahrung basierte, verdichtete Einschätzung, wo die geschäftlichen Chancen liegen.
Es ist enorm wichtig, dass Unternehmen im Zuge der Einführung von Business Intelligence eine eigene Zielvorgabe machen. Diese kann, muss aber nicht deckungsgleich mit der des jeweiligen Software-Anbieters sein.
Eigenständigkeit wahren
Welche Märkte angegangen werden, welche Kunden gewonnen werden sollen, wie neue Services und Angebote platziert werden - all das muss aus den Unternehmen kommen, nicht primär aus externen Quellen. Wer nur dem Markttrend folgt, gewinnt kaum Vorsprung.
Denn - selbst die beste Business Intelligence Suite (und es gibt ganz fabelhafte Anwendungen) kann einen falschen Gesamtkurs nicht korrigieren. Mit viel Glück macht eine solche Einführung die Fehler sichtbar. Doch aus darauf sollte man sich nicht verlassen. Fazit: Interessante Studie, dennoch aber eher ein Fingerzeig als der abschließende Beweis universeller Business Intelligence Vorteile.
Klare Rollenverteilung ist wichtig
Es mag ihnen komisch vorkommen, einen so kritischen Text von einem Anbieter zu lesen, der selbst in diesem Bereich unterwegs ist. Doch: Business Intelligence ist längst dabei sich flächendeckend durchzusetzen, weil hier noch große Rationalisierungs- und Strategie-Potenziale schlummern. Ziel ist es, Management und Mitarbeiter durch die richtigen Informationen zur rechten Zeit handlungsfähiger zu machen und dadurch messbare geschäftliche Ergebnisse zu erzielen. Das ist die Rolle des IT-Dienstleisters.
Strategien für morgen muss man sich auch künftig selbst ausdenken.
Link zur Artikel, in dem die Studie beschrieben wird:
Wake-Up Call To Companies Not Using Business Intelligence