IBM setzt auf "Cloud Computing"

Die Datenmengen steigen, die Kosten auch. Eine Lösung könnte das Modell des "Cloud Computing" sein. Jetzt will IBM dieses Modell auch Unternehmen schmackhaft machen - die "Blue Cloud" soll frei skalierbare Speicher- und Rechenpower zur Verfügung stellen. Bereits am Markt aktiv ist Buchhändler Amazon - dort kann man (für wenig Geld) große Mengen an Speicher- und Transferkapazität buchen. Der Unterschied zu bisherigen Hosting-Modellen besteht darin, dass man die genutzten Ressourcen beliebig hoch- und runter skalieren kann. Das ist auch für Information Warehouse und Business Intelligence Anwendungen interessant.

Die Ratio hinter der neuen Entwicklung wird in der "New York Times" auf den Punkt gebracht:

Companies with fast-growing data centers, like banks and securities firms, are facing the same headaches as the large Internet companies, like Google and Yahoo. Efficiency, power consumption and management costs are mounting. And companies of all kinds are increasingly adopting some of the technologies of Internet companies like searching, mobile commerce and communication, and collaboration tools like blogs, wikis and social networks.

Ein ähnliches Angebot gibt es bereits bei Amazon. Dort heißt der Service S3 (für: Simple Storage Service) - und ist im Grunde ein Weiterverkauf der vorhandenen Ressourcen des Internet-Handelshauses. Da die Kapazitäten nicht ganzjährig voll genutzt werden, werden Teile als eine Art Hosting- und Speicher-Ersatz an externe Firmen verkauft. Start-ups aus den USA und viele andere Unternehmen nutzen das günstige Angebot bereits recht intensiv - immer wieder findet man in Weblogs positive Berichte über die "Amazon Computing Cloud".

Technisch ist "Cloud Computing" vor allem von Google voran gebracht worden. Dort errechneten die IT-Experten, das die Kosten zur Pflege von Super-Computern irgendwann stärker steigen würden als die dadurch erreichte Rechenpower. Daher wurde schon früh eine Software entwickelt, mit deren Hilfe Google die Suchanfragen der Welt mit handelsüblichen Rechnern abarbeitet. In Windeseile werden die Anfragen von dieser "Verteil-Software" auf unterschiedlichste Prozessoren aufgeteilt. Fällt ein Rechner aus, kann er ohne Probleme ersetzt werden - die Leistungsfähigkeit des Gesamt-Apparats bleibt unberührt.

Befördert wird der Trend durch die relativ einfache Nutzung. Statt komplexer Netzwerk-Planung reichen einige Scripte, um sich aus dem großen Rechen-Angebot zu bedienen. Zitat aus der "New York Times":

“In some ways, the cloud is a natural next step from the grid-utility model,” said Frank Gens, an analyst at the research firm IDC. “What’s different is the Google programming model, and that really opens things up. You don’t have to be a Stanford or Carnegie Mellon Ph.D. to program cloud applications.”

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Wo ist der Bezug zu Information Warehouse und Business Intelligence Anwendungen?

Insgesamt entwickelt sich hier ein neues Infrastruktur-Modell, dass letztlich auch komplexen Information Warehouse und Business Intelligence Anwendungen viele Möglichkeiten bietet.

Ein Beispiel ist die Online-Werbung - in Zukunft werden immer öfter TV-Spots eingesetzt werden - das wiederum lässt Speicher- und Bandbreite-Anforderungen sofort nach oben schnellen.

Aus analytischer Sicht ist dann interessant, wie sich die Metriken entwickeln: Wer hat das Video zu Ende angeschaut? Wie viele Clicks landen danach auf einer Bestellseite? etc.

Hier die erforderlichen Kapazitäten frei rauf- und runter fahren zu können - und letzlich nur für die verbrauchten Gigabytes zu bezahlen, ist sehr interessant und macht auch kostenmäßig Sinn. Damit man solche Kampagnen dann aber auch kalkulieren kann, werden spezielle Business Intelligence Lösungen benötigt, die weit über die heutige Log-file Analyse hinaus gehen.

Mehr Informationen gibt es hier:

Silicon.de
Link zu Amazon S3

Links zu Berichten über die Nutzung von Amazon S3 - nur eine Mini-Auswahl, stöbern bei Google bringt noch viel mehr:
Spiegel: "Webspeicherplatz zum Spottpreis" (2006)
Golem.de (2007)
Basic Thinking: Amazon S3 und EC als Alternative zum eigenen Server (2007)

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