Suchmaschinen: Raum für neue Ideen
Seltsamer neuer Ausdruck: "Search Engine Fatigue" - nach einer US-Studie reagieren immer mehr Nutzer genervt auf die oft unsortierten und ungenauen Ergebnisse der Suchmaschinen. Wie könnten neue Konzepte aussehen?
Als Google allmählich populär wurde, war die neue Suchmaschine einfacher, besser und klarer als die damaligen Wettbewerber. Und angesichts der heute erreichten Dominanz kann man sich kaum vorstellen, dass es künftig ganz andere (bessere) Suchkonzepte geben könnte.
Studie: Zu viele Ergebnisse kosten Zeit und Nerven
Eine vom Gebrauchtwagen-Portal "Auto by Tel" finanzierte Studie zeigt jetzt jedoch: Wenn es um die Suche nach ganz spezifischen Produkten geht, reagieren rund 72 Prozent der Nutzer mittlerweile genervt. Zu viele Ergebnisse, keine Sortierung und ein angesichts der Fülle oft verwirrender Mix aus echten und gesponserten Angeboten. Bis man da ein ganz bestimmtes Auto, mit einer bestimmten Inneneinrichtung, Motorleistung, etc. gefunden hat, vergehen oft 1-2 Stunden. Präsentiert werden die Ergebnisse übrigens als Quicktime oder Windows-Video.
Dynamische Ergebnisanzeige als erste Verbesserung
Alternativen? Gibt es - sie werden nur bisher selten eingesetzt. Ein Beispiel: Im Gebrauchtwagenbereich bei BMW wird die Zahl der im Angebot befindlichen Autos je nach eingestellten Präferenzen laufend aktualisiert - vor dem Klick. Bei Autoscout24 und auch bei Mobile.de funktioniert das (noch) nicht.
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(Screenshot: Ergebnis der Autosuche bei BMW - mit laufend aktualisierter Zahl der gefundenen Autos - klick öffnet größes Bild.)
Ein anderer Weg sind personalisierte, gespeicherte Suchabfragen - die Suchmaschine kann je nach Feinheitsgrad wie ein Agent das veränderliche Angebot beobachten. Warum es das bei Google noch nicht gibt? Ein solcher Service würde die Zahl der Anfragen und gesehenen Seiten deutlich reduzieren - weil das Geschäftsmodell auf Werbung basiert, ist das Interesse an zeitsparenden Suchprozessen eher gering. Verständlich aus Sicht von Google, nicht so gut für die Nutzer. Und über die künftigen Pläne des Googleplex kann man nur spekulieren.
007 übernehmen sie - persönliche Suchagenten?
Eine interessante Perspektive/Alternative: Intelligente Agenten waren schon mal ein großes Thema, von den meisten Anbietern hat man jedoch nach großem Einführungs-Brimborium nix mehr gehört.
Die US-Studie über die "Suchmaschinen-Müdigkeit" zeigt aber: Da gibt es Raum für Innovation. Warum sollte künftig nicht jeder Nutzer über ein fein eingestelltes Suchprogramm verfügen, in dem neben persönlichen Wünschen auch viele weitere Daten (Kaufdatum eines Produkts, Garantiezeit, Reparaturwerkstätten) gespeichert sind? Daten die zudem nicht irgendwo draußen auf Vorrat gespeichert werden, sonden nur sehr selektiv und auf Veranlassung des Nutzers eingesetzt werden, um bestimmte Dinge zu finden.
Etwas weit hergeholt? Das war die Idee das ganze Internet durchsuchbar zu machen auch einmal.
Links:
Report: 7 Out Of 10 Americans Experience 'Search Engine Fatigue'
Autobytel-Studie: Quicktime-Film mit Statements von US-Konsumenten
Oktober 24th, 2007 at 2:26
hallo,
mir fehlt der Gedanke, das Suchagenten dann nur Ergebnisse präsentieren die
es schon gibt, Neue, daneben liegende Ergebnisse schliessen sich dadurch aus.
Gefilterte Ergebnisse von gefilterten Ergebnissen verschaffen nicht neue Information.
Daran werden Artikel z.B. in Zeitungen leiden das es immer nur die gleichen Quellen sind. sic!
Oliver