Online/offline Applikationen: Es geht weiter…
Adobe hat in den USA das kleine Start-Up Unternehmen Virtual Ubiquity übernommen. Grund: Ein auf Basis von Adobe AIR entwickeltes Online-Textverarbeitungs-Angebot. Damit rüstet sich neben Google ein weiterer Wettbewerber für die Microsoft Office Angebote.
Vor einigen Wochen hatten wir hier unter der Überschrift "Apollo vs. Word" über den Trend zur Online-Verlagerung von Standard-Anwendungen geschrieben. Jetzt hat Adobe nach einer Mitteilung auf der Website ein Unternehmen übernommen, dessen Online-Textverarbeitung "Buzzword" das Angebot in diesem Bereich weiter ausbaut. Den Ausschlag hat wohl gegeben, dass "Buzzword" auf Basis der Adobe AIR Runtime entwickelt wurde. Für die Nutzung ist Adobe Flash ab Version 9 notwendig.
Online und Offline nutzen
Adobe verfolgt in diesem Feld eine interessante Strategie: Mit Hilfe der Adobe AIR plattform lassen sich Standard-Anwendungen entwickeln, die sowohl auf dem Desktop als auch Online laufen. Dieser Trend könnte innerhalb der nächsten Jahre neue Modelle für Geschäftsprozesse möglich machen und ist auch Sicht von Business Intelligence Anwendungen interessant.
Von unstrukturierten zu strukturierten Unternehmensdaten?
Buzzword unterstützt jetzt bereits die gängisten Datenformate: XML, Word, Rich Text und ODF.
Bisher entstehen in Textverarbeitungs-Programmen, Spreadsheets viele, meist aber unstrukturierte Daten. Weil die Programme den Nutzern sehr große Freiheiten lassen, sieht kaum ein Text oder eine Tabelle aus wie die andere. Dies macht es aufwändig, die vorhandenen Informationen in einem Information Warehouse zu sammeln.
Folgen für operative Business Intelligence
Auf Basis von Adobe AIR wäre es möglich, auch für große Organisationen Online/Offline-Mini-Programme zu schreiben, mit denen Briefe, Kalkulationen, Angebote und ähnliches immer in gleichen Formaten entstehen würden. Das wäre gut für die Anwender (weil es schneller geht) und gut für die Auswertung aller vorhandenen Daten in einem Information Warehouse. Operative Business Intelligence Anwendungen, die das Unternehmen in der Vermarktung, dem Vertrieb und im Bereich Customer Card unterstützen, würden aus einem reichen Datenbestand schöpfen können. Eine der Folgen könnte sein, das wichtige Ziele wie die Verkaufs-Pipeline oder Kundenbindung sehr viel genauer erfasst würden. So würde sich die Steuerung von Kampagnen und Initiativen deutlich verbessern lassen.
Auch Microsoft bietet zusätzliche Online-Services an
Das "Microsoft, Adobe Widen Data Services - WSJ.com">Wall Street Journal" (Abruf kostenpflichtig) meldet gleichfalls heute einen neuen Dienst von Microsoft, der die Zusammenarbeit an Online-Dokumenten erleichtern und verbessern soll. Allerdings wird in dem Text kein spezifisches Datum oder ein Name für den Service veröffentlicht.
Mehr Informationen hat die "New York Times": Demnach wird der Service wohl erst Ende des Jahres 2007 verfügbar sein, Nutzer können sich jedoch schon registrieren. Vorraussetzung für die Nutzung ist der Besitz von Word oder dem gesamten Microsoft Office Paket. Für Firmen mit mehr als 5000 Angestellten soll es zusätzliche Services geben.
Aktuelle Zahlen und ein Ausblick
Das ist ein Stück Zukunftsmusik - aber man kann die Melodie schon hören. Der Beitrag im "Wall Street Journal" wurden Marktzahlen einer US-Umfrage genannt.
- Danach nutzen rund 37% der Befragten Web-Applikationen regelmäßig.
- 25% hatten davon gehört, aber eine der verfügbaren Anwendungen bisher aber nicht ausprobiert.
- Weitere 18% haben Web-Applikationen getestet, nutzen sie aber nicht regelmäßig.
Quelle: Rubicon Consulting, ohne Angabe zur Zahl der Befragten oder zum Zeitpunkt der Umfrage
Oder? Widerspruch oder Kommentare zu dieser These sind hoch willkommen. Welche Barrieren könnten verhindern, dass künftig unternehmensweit einheitliche Applikationen online/offline genutzt würden?