Business Intelligence an jedem Arbeitsplatz

Viele Trendberichte über Business Intelligence sind schwer zu lesen. Grund: Der häufige Wechsel der Perspektive. Mal geht es um die Technik, dann wieder um die Managementziele. Unser Fundstück heute ist da anders: "Next generation Business Intelligence: From power user to user power" bringt einen der derzeit wichtigsten Trends auf den Punkt.

Für alle, nicht nur für wenige: In den meisten Unternehmen haben bisher nur sehr kleine Nutzergruppen Zugriff auf Business Intelligence Systeme. Oft gelten die Kennzahlen als zu sensibel, um sie breit im Unternehmen zu streuen.

Informationen als Arbeitserleichterung
Fortschritte bei Auswertungsmöglichkeiten eröffnen jetzt neue Möglichkeiten: Durch Bereitstellung von Informationen wird die Arbeit der Mitarbeiter erleichtert. In den meisten Organisationen wird Tag für Tag viel Zeit mit der Suche nach sehr spezifischen Details verbracht.

Diesen Aufwand deutlich zu reduzieren ist das wesentliche Ziel neuer BI-Tools, die der ganzen Organisation Zugriffe ermöglichen. Hier geht es nicht um die Toplevel-Analysen der Geschäftszahlen, sondern um den zeitnahen und raschen Abruf Informationen - beispielsweise über Warenbestände, Kunden, interne Abläufe, Lieferungen oder den Status von Marketingaktivitäten.

Zitat:
"Various research projects have shown that business intelligence (BI) continues to be one of the top investment priorities for CIOs. But what is changing is its shift in focus from complex tools for a few users to more flexible, affordable and accessible tools for a larger audience. As such, BI is moving away from being an exclusive tool for power users, or 'information producers', to empowering the 'information consumers' in accessing, analysing and sharing data." (via IT Director)

Die Autorin Luella Fernandes nennt verschiedene Auslöser für diesen Richtungswechsel:

1. Starker Anstieg der Datenmengen
Nicht nur die Datenmenge, auch die Vielfalt abrufbarer Informationen hat deutlich zugelegt. Unternehmen und Brnachen speichern Daten aus einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen und Systeme. Neben den strukturierten Daten steigt auch die Menge der unstrukturierten Daten in Form von Texten, Bildern, Sprachaufnahmen, Videos deutlich. In diesem Bestand verbergen sich viele Handlungsinformationen, die die Arbeit, die Steuerung unterstützen und Entscheidungen erleichtern - nicht nur auf Management-Ebene.

2. Verstärkte Zusammenarbeit
Team-, Unternehmens- oder auch branchenübergreifende Zusammenarbeit beispielsweise in der Logistik, im Handel oder in den Medien sorgt für einen zusätzlichen Bedarf exakter Business Intelligence Informationen. Individuelle Rabatte, Daten zur Ankunft und Lagerzeit von Waren oder auch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen lassen die Bedeutung guter Übersicht wachsen. Dies ist ein weiteres Argument für eine deutliche Ausweitung der Nutzerkreise von Business Intelligence.

3. Beschleunigung der Abläufe
Unternehmen, die als Vorreiter erfolgreich leistungsfähige IT- und BI-Systeme im Einsatz haben, können rascher agieren - und erhöhen so den Druck auf ihr Umfeld, die eigenen Abläufe zu beschleunigen. Rascher Zugriff auf Daten ist der Schlüssel dazu.

Tabellenkalkulation mit Serveranbindung
Eine Herausforderung stellt in den meisten Organisationen übrigens der verbreitete Einsatz Tabellenkalkulationsprogrammen wie Microsoft Excel dar: Überall dort, wo die von Abteilung zu Abteilung unterschiedlichen Inhalte und Tabellenformate nicht über ein zentrales Information Warehouse gesammelt und abgeglichen werden, ist eine genaue Sicht auf das Unternehmen kaum möglich.

Öffentliche Verwaltungen nutzen das Modell bereits
Mittlerweile setzen immer mehr Organisationen aber auf Systeme, bei denen die gewohnten Tabellen mit einem zentralen Server verbunden sind.

Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. So zum Beispiel kommunale Verwaltungen: Weil hier die Umstellung auf das Neue kommunale Rechnungswesen (Wechsel von der Kameralistik zur Doppik) auf Hochtouren läuft, gehen einige Verwaltungen noch einen Schritt weiter und verbinden die vorhandenen Systeme auf Fachebene zu einem Gesamtsystem. Der Fortschritt: Bei Budgetbesprechungen können Daten genutzt werden, die teils erst wenige Minuten zuvor aktualisiert wurden. Hintergründe zum Berichtswesen der Kreisverwaltungen finden sich zum Beispiel hier.

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